|
Mein Kommentar:
War Herr Wallmann vielleicht nur ein Einzelfall?
Betraf die Repression nur die Hauptfach-Kompositionsstudenten, bei denen man eine ideologische Abweichung rigoros ahndete, da die Künste in der DDR zur Ideologie-Produktion mißbraucht wurden?
Dann sollte doch eine klare Sprache und die Korreaktur dieses damaligen Fehlverhaltens der damaligen HfM kein Problem für die heutige HfM sein. Oder liege ich da falsch? Was prädestiniert Johannes Wallmann als Kristallisationspunkt einer Aufarbeitung? Seine Vita - viele Vorgänge an der HfM hat er in Tagebuchaufzeichnungen dokumentiert - ein Fundus für die Aufarbeitung. Oder glaubt irgendjemand an der HfM, dass Sie in Ihrem Archiv noch fündig werden?
Verstehe ich das richtig: Sie würden Herrn Wallmann gern einfach so ein ehemals unterschlagenes Diplom (kein Zeugnis, sondern es geht um den zu verleihenden akademischen Grad!) mit der Post zusenden?
Wir sprechen hier doch um Betrug zu DDR-Zeiten! Oder sehe ich das falsch?
Die HfM war doch 1990 keine Neugründung. Wird nicht immer auf die lange Tradition verwiesen? Wenn Sie das Erbe annehmen, dann müssen Sie auch die Altlasten tragen. Kein Sherry picking!
Was also ist mit den Altlasten? Einfach vergessen? Wer hat nach 1989 sich eigentlich um das Archiv der HfM gekümmert bzw. es gesichert?
Die Technische Universität Dresden hat 2007 - auf Veranlassung des damaligen Rektors Prof. Hermann Kokenge mit der Aufarbeitung der Jahre 1945 - 1989 begonnen. Dabei ging es nicht mehr um die zeitgeschichtlichen Vorgänge und Wertungen sondern es ging um die fehlende Würdigung der Diskriminierten und Opfer des SED-Regimes. Ich hoffe, Sie verstehen den Unterschied.
Professor Huschke hat ein - wie Sie richtig schreiben - faktenreiches Buch über die HfM verfasst.Wo aber werden die “Verfolgten” dieses Systems genannt? Prof. Huschke analysiert sehr richtig: “Die Chuzpe [...] den Vorrang der politisch-ideologischen vor der musikalischen “Erziehungswirkung” anerkannt wissen zu wollen, ist bemerkenswert”.
Heute noch sehr vorsichtig formuliert. Besser an Stelle von “anerkannt wissen zu wollen” sollte stehen: “Wir geben vor, was Kunst ist - basta. Wer das nicht akzeptiert ist ein Feind und fliegt raus”. (Anmerkung von mir: Die Sprache der Funktionäre war einfach.
1990 : Ein Neuanfang mit welchem Lehrkörper eigentlich?
Sehr geehrter Herr Professor Stölzl, ich teile Ihre Sicht nicht. ich habe eher den Eindruck, wir bewegen uns in einem Minenfeld.
|