Was bedeutet Freiheit von Lehre und Studium aus dem Blickwinkel der DDR-Vergangenheit(Konrad-Adenauer-Stiftung)
|
Zum schwierigen Umgang mit der VergangenheitGedenkveranstaltung(Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperartion mit der TU Dresden) |
|
Referenten in der Reihenfolge der Vorträge - Link zum Programm der Tagung |
|
|
||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Diskussionsrunde: “Erwartungen an die Studienfreiheit heute”€� Diskussionsteilnehmer: H. Johannes Wallmann, Komponist, Berlin; Dr. Hans-Lutz Dalpke, Alfeld; Dr. Joachim Klose, Dresden, Konrad-Adenauer-Stiftung; Prof.Dr. Sigismund Kobe, TU Dresden; Wolfgang Lüder, Berlin, Senator, MdB a.D., Verein gegen das Vergessen |
![]() |
|||||||||
|
H. Johannes Wallmann |
|||||||||
|
“ .... Ich finde es prima, dass eine solche Tagung überhaupt stattfindet …… ich glaube, wir müssen es schaffen, der jungen Generation zu vermitteln, dass Zivilcourage in der heutigen technokratischen Welt existenziell geworden ist, sonst sind die nächsten Katastrophen vorprogrammiert …. und wir müssen von der Gesellschaft auch verlangen, dass diese Zivilcourage nicht nur vom einzelnen Bürger einfordert, sondern für sich selbst zum moralischen Maßstab ihres Handelns für das Gemeinwesen macht ….die Zukunft wird nur so gut gestaltet, wie die Vergangenheit reflektiert und aufgearbeitet wird ...” |
|||||||||
|
Dr. Hans-Lutz Dalpke |
|||||||||
|
“..... Es ist ausgesprochen schwierig junge Leute mit Ereignissen zu konfrontieren, die mehr als 50 Jahre zurückliegen und andere Generationen betroffen haben. Dazu gehören Überzeugungskraft und pädagogisches Geschick. Das vielfältige Freizeitangebot und exzessiver Medienkonsum von großen Teilen der Jugend erschweren zunehmend die Bemühungen zur Vermittlung von Kenntnissen über den repressiven Charakter der DDR insbesondere in den 1950er Jahren. Wer die Zeit der Diktaturen nicht selbst erlebt hat, kann sich nur schwer in die damalige Realität und Gefühlslage hineinversetzen........” Textmitschrift Dr.Lienert
|
|||||||||
|
Prof. Sigismund Kobe |
|||||||||
|
“ ...Die Einflussnahme der SED auf die Hochschulen der DDR wurde zur Staatsdoktrin und untergrub zunehmend und schleichend deren Autonomie. Die nun einsetzende Entwicklung ist wohl am ehesten durch den Begriff "Deformation" zu charakterisieren. Es wurde fast unmöglich, die Hochschullehrer-Laufbahn einzuschlagen ohne der Staatspartei anzugehören, und jeder Betroffene musste in dieser Konfliktsituation seine persönliche Entscheidung treffen. Jedem Eingeweihten sind jedoch auch Beispiele bekannt, wie unter solchen Schlagworten wie "Kaderpolitik", "Nomenklaturkader" und "Kaderreserve der Partei" die Linientreue eines Kandidaten zur Partei einen höheren Stellenwert bekam als dessen wissenschaftliche und hochschulpädagogische Kompetenz. Wissenschaftler wurden durch Kontrolle des Briefverkehrs mit Kollegen im Ausland bevormundet, ja entmündigt. Abgehende Briefe mussten bei der Parteileitung offen eingereicht werden, und es unterlag der Willkür der Schnüffler, ob die Post überhaupt abging oder ob evtl. eingehende Post dem Adressaten zugestellt wurde, und wenn ja, dann natürlich im geöffneten Zustand. Die ROA-Werbung (ROA=Reserve-Offiziers-Anwärter) wurde aggressiv und erpresserisch geführt. Derjenige Student, der sich dennoch nicht beugte, wurde als Forschungsstudent abgelehnt, konnte also nicht Doktorand werden. Auf diese Weise verlor unsere Universität nachweislich viele ihrer besten Studenten für den wissenschaftlichen Nachwuchs, während besser Angepasste deren Plätze einnahmen. ...” |
|||||||||
|
Wolfgang Lüder |
|||||||||
|
Wirtschaftliche Überlegenheit und die Wahrung der demokratischen Grundrechte in der Bundesrepublik und in Westberlin übten seit den 1950er Jahren auf viele Studierende in der DDR eine starke Sogwirkung aus. Viele flüchteten aus wirtschaftlichen und politischen Gründen. Einige suchten nach Alternativen. Eine offene Opposition war nicht mehr möglich. Der politische Widerstand an den DDR-Universitäten ist ein bedeutender Aspekt der Demokratiebewegung in Deutschland. Dazu gehörte die Gruppe von Studenten der TH Dresden, deren Angehörige 1959 in einem Schauprozess zu teilweise langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden. Angehörige des studentischen Widerstands standen für Werte einer demokratischen Gesellschaft ein. Damit sind sie Vorbild für die heutige Jugend, die teilweise durch unkontrollierten Medienkonsum, mangelnde Einflussnahme durch die Elternhäuser und andere Umstände die Orientierung verlieren. Es kommt auf Glaubwürdigkeit an, wie sie beispielsweise die inzwischen hochbetagte Altliberale Hildegard Hamm-Brücher vertritt. Schlagwort wie „alternativlos“ sind in der politischen Auseinandersetzung wenig zielführend. Politik ist Teilhabe und aktive demokratische Auseinandersetzung. Textmitschrift Dr.Lienert
|
|||||||||
|
Link zu Zum schwierigen Umgang mit der Vergangenheit Gedenkveranstaltung |
|||||||||
Zurück zu TU Dresden |
|||||||||